Stefans Weblog

2006-01-18

Mittwoch auf der OOP - Teil 2

12:00 Uhr
Torsten "schleift" mich in die Podiumsdiskussion "Wie sollte man heute Orchestrierung einsetzen?", der eigentlich erst um 18:15 Uhr starten sollte, aber kurzfristig verschoben werden musste. Entsprechend klein war die Teilnehmerzahl. Auf meine Frage, was denn die Top 3 Dinge wären, die notwendig sind für einen langfristigen Erfolg der SOA-Idee, war die Antwort:
- Die Herstellen müssen sich auf Interoparabilität einigen!
- Als Entwickler muss man zwischen Programmieren im kleinen (Service-Intern) und im Großen (Komposition von Services) trennen lernen. Dadurch muss eine Trennung von Prozessen und Daten durchgesetzt werden.
- Ganz wichtig: Es muss ein Umdenken beim Programmierparadigma stattfinden. Wir müssen (wieder) lernen, asynchron zu denken.
Überhaupt scheint Asynchronität ein grundlegendes Konzept für erfolgreiche SOA zu sein.

13:45 Uhr
Matthias Haendly von der SAP AG berichtet in der ersten Keynote über Enterprise Service Architecture bei SAP Netweaver. Viele Allgemeinplätze und nichts wirklich neues.

14:30 Uhr
Im Anschluss an die Keynote von Matthias Haendly folgt ein Highlight des Tages: Simon Singh, Author von "Fermat's Last Theorem" und "The Code Book", berichtet über "the Cipher Challenge", die er im Anhang zum Code Book gestartet hat. Das Buch habe ich seinerzeit mit großer Begeisterung gelesen - sehr empfehlenswert, wenn man sich über die Historie von Codeentwicklung und "Code-Knacken" interessiert - und ebenso begeistert war ich von der Keynote. Einfach mal was anderes auf dieser Konferenz.

15:20 Uhr
Im OOP-Forum - einem Vortragsbereich am Rande der Ausstellung für Vendor- und Aussteller-Vorträge - erzählt Eberhard Wolff von Saxonia über Möglichkeiten Produktivität und Qualität in Java EE Projekten zu verbessern. Eberhard ist einer der Vorreiter im Einsatz des Springframeworks in Deutschland - und natürlich ist er in seinem Vortrag auch auf Spring eingegangen. Kernaussage war aber, dass man bei Java EE zwischen Plattform und Programmiermodell unterscheiden muss. Die Plattform ist mittlerweilen fast alternativlos im Enterprise Umfeld, das ursprüngliche Programmiermodell hat aber Konkurenz bekommen mit Open Source Frameworks wie Hibernate, Spring, Tapestry u.s.w. Und diese sind mittlerweilen meist die bessere Wahl.

Übrigens plant Eberhard Wolff für die JAX 2006 eine Spring-Vortragsreihe. Durch aktiven Einsatz von Oliver-Arne haben wir gute Aussichten, dort mit einem Erfahrungsbericht aus unseren Projekten vertreten zu sein!

15:45 Uhr
Die Case Study "Praktische Umsetzung der Enterprise Architecture bei der BMW Group" stand für den Nachmittag auf dem Programm. Ein interessanter Vortrag über die Konflikte, die zwischen Unternehmensrichtlinien auf der einen Seite und den konkreten Anforderungen eines Projektes auf der anderen Seite entstehen können. Gelöst wurde das Problem durch Einführung eines Architektur-Boards aus Projekt-Chefarchitekt von BMW, Enterprise-Architekt von BMW und Chefarchitekt des Dienstleisters SoftLab.

16:45 Uhr
Letzter Vortrag für heute - mal wieder ein wenig auf Abwegen: "Software-Architekturen auf Basis vpn Eclipse RPC". Aber halt: In Hamburg entwickeln wir gerade unser erstes Projekt mit Eclipse RPC als Client-Plattform. Die Session von Frank Gerhardt und Bernd Kolb, beide Freiberufler, und Kai Tödter von der Siemens AG überzeugte mit tiefgehender Praxiserfahrung. Ich werde die Vortragsfolien nächste Woche direkt an die Kollegen in Hamburg weitergeben. Bestimmt sind hilfreiche Informationen dabei.

18:30 Uhr
Geschaft für heute. Jetzt noch schnell Emails checken und das Posting schreiben und rausschicken. Und dann haben wir hier "Feierabend".

1 Comments:

  • Von Tom aus Hamburg kommt folgender Kommentar:

    [...] Andererseits finde ich, dass bis dato kaum jemand versucht hat, den Widerspruch zwischen SOA
    und OOP darzustellen, denn die Trennung von Prozessen und Daten zieht uU. Auch eine Trennung von Funktionalitaet und Daten nach sich, was der Kapselung widerspricht, oder? [...]

    Ok, meine Formulierung war ungünstig. Mit "Daten" waren eigentlich die Services der unterschiedlichen Domänen (im Sinne von Michael Herr) gemeint. Also eine Trennung im großen: Services, die Funktionalitäten anbieten (und dabei auf den Daten operieren) und Prozesse, die ablaufen und dabei die Services "streifen", sprich aufrufen.

    By Blogger Stefan, at 20.1.06  

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